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Mauthausen bis Wachau

Samstag, der 19.07.2003

Wetter: sonnig, heiß, wolkenlos, windstill.

Max und ich treffen uns um 08.00 Uhr bei der Aistmündung, wo unsere Zille liegt. Ohne es zu wissen versammelten sich ca. 10 Arbeitskollegen von Max, alle von der Sparkasse Mauthausen und die halbe Verwandtschaft von mir beim Bootssteg. Sogar meine Tante Ambrosia, Ordensschwester aus Wels ist gekommen. Wir staunen nicht schlecht, als uns auch eine Vertreterin der Perger Rundschau begrüßt.

image120Die Arbeitskollegen von Max hissen ein Plakat mit der Aufschrift: Die Banker grüßen die Schiffer – Ahoi. Sie wissen, dass Max noch nie auf einer Zille mitgefahren ist und er sich zudem nun zwei Wochen lang von seinen Hugo Boss Anzügen und Don Gill Hemden trennen muss. Für mich wird das spartanische Zillenleben kein Problem darstellen. Max habe ich eigentlich noch gar nicht näher über die nächsten zwei Wochen informiert.

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Ich habe mir unsere Abfahrt eher ruhiger vorgestellt. Aber die Hektik stellte sich ohnehin in dem Moment ein, als Max beginnt, seine persönlichen Sachen in die Zille zu packen. Max dürfte meine Zille mit einem großen Lastkahn verwechselt haben. Er packt riesengroße Kisten und Taschen aus. Es wäre besser gewesen, ich hätte ihm vorher die Platzverhältnisse gesagt. Wir haben kaum noch Platz in der Zille.

image176Gaby, meine Frau näht, während wir einpacken, noch sämtliche Klettverschlüsse an der Überdachung fest. Somit können wir auch die seitliche Verplanung nach oben rollen und mit den Klettverschlüssen befestigen. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Fahrt laufen nun seit einem halben Jahr und sind mit diesen letzten Nadelstichen beendet.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUm 09.30 Uhr können wir die Zille besteigen, Max übrigens zum Erstenmal. Aus diesem Grund tragen wir auch Schwimmwesten, die sich im Wasser von Selbst öffnen.

image655Nach einer kurzen Verabschiedung verlassen wir endlich die Aistmündung, wo wir bei km 2108 das Erstemal in die Donau einfahren.

image141Wir haben ziemlichen Tiefgang und der Motor kommt nicht so richtig in Schwung. Unser Fortkommen sichert uns ein mindestens 40 Jahre alter Johnson Motor mit 40 PS. Diesen Motor und auch die Zille habe ich im Dorotheum Linz aus Gendarmeriebeständen ersteigert. Ich merke schon sehr bald, dass wir aufgrund unserer enormen Beladung bei dieser Fahrt niemals in die schnelle Gleitfahrt gelangen werden. Wir fahren langsamer als die geplanten 30 km/h, mit sehr wenig Freibord (hinten 10 bis 15 cm) wie ein Verdrängungsschiff in Richtung schwarzes Meer.
Die erste Schleuse – Wallsee/Mitterkirchen – km 2096,25:
Wir erreichen bereits nach 1 Stunde Fahrzeit das Kraftwerk Wallsee – Mitterkirchen und wollen um 10.30 Uhr, einer fixen Schleusenzeit, zu Tal geschleust werden. Der Schleusenwärter gibt uns über die Sprechanlage bekannt, dass wir um 11.00 Uhr gemeinsam mit dem Passagierschiff Anton Bruckner zu Tal geschleust werden.

Max versteht überhaupt nicht, warum die Schleusenzeiten nicht pünktlich eingehalten werden. Ich erkläre Max, dass Zeit auf dem Wasser eine andere Dimension hat und solche Wartezeiten normal seien. Diese philosophische Erklärung der Zeit werde ich später noch ein paar Mal bereuen.

Nachdem der Schleusenwärter mittels der beiden grünen Signallichter die Einfahrt freigibt fahren wir hinter der Anton BRUCKNER in die Schleuse ein. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt gewusst hätten, dass vier Wochen später genau an dieser Stelle ein Bootseigner ohne Schwimmweste in das Wasser gefallen und vom Sog, der bei der Schleusung entsteht, nicht mehr freigelassen wurde, wäre uns sicher nicht mehr so wohl zumute gewesen. Es ging aber alles reibungslos und wir fahren bereits nach 20 min in Richtung Grein weiter.

image156In Grein wechseln wir unseren ersten Tank aus. Wir haben sieben 25l-Kanister Superbenzin an Bord. Ich schätze, dass unsere Verdrängung 1.000 kg beträgt. Die Zille ist übrigens für 300 kg zugelassen.

Da wir deshalb unsere geplante Geschwindigkeit von 30 km/h nicht mehr erreichen können, ist mein Reiseplan, jeden Tag ca 4 bis 5 Sunden zu fahren, bereits am ersten Tag hinfällig.

Max, Sparkassenmensch und Rechengenie, weis sofort, dass wir nun pro Tag mindestens 8 Stunden fahren müssen, um unser Ziel, das eiserne Tor bei km 900, zu erreichen. Wir haben nämlich nur zwei Wochen Urlaub für diese Reise geplant und noch 1.200 km Wasserstraße vor uns.

Diese Erkenntnis ist nicht sehr motivierend, da bereits vier Stunden Fahrt neben dem extrem lauten Außenbordmotor eine Qual sind. Von nun an rechnet Max nach jedem Stromkilometer unsere Geschwindigkeit aus, macht daraus eine Hochrechnung und schreit mir alle 5 Minuten den Ankunftstag, die Ankunftszeit, bei so und so vielen Fahrstunden pro Tag zu. Das ist unter Tags auch die einzige Kommunikation zwischen uns. Der Motor ist einfach zu laut.

 

Die zweite Schleuse – Ybbs/Persenbeug – km 2060,71:

Nach 48 km Fahrt auf einer schönen ruhigen Donau bei herrlichem Sommerwetter (über 30 Grad Celsius) erreichen wir um 14.30 Uhr die Schleuse Ybbs/Persenbeug.image793Wir haben Glück. Zur selben Zeit trifft das Motorschiff Bornrif 2 unter niederländischer Flagge ein. Wir dürfen hinter der Bornrif in die Schleusenkammer einfahren und ersparen uns somit 3 Stunden Wartezeit. Sämtliche Kraftwerke auf der österreichischen Donau haben fixe Schleusenzeiten. Ybbs/Persenbeug schleust zu Tal um 09.00 Uhr, 12.00 Uhr und 17.30 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten heißt es Warten auf ein großes Schiff.

image790Max besteht darauf, die Schleusung allein durchzuführen. Ich habe damit kein Problem, weil sich Max in der Zwischenzeit mit dem Getränk ‚Gurktaler’ gestärkt hat und dadurch schon sehr mutig geworden ist. Und mit der so erhaltenen Kraft hält Max die Zille mit dem Haken zur Schleusenwand und schleust uns perfekt durch die Staustufe. Max ist der beste Schleuser – Prost. Um 15.00 Uhr fahren wir aus der Schleuse Ybbs/Persenbeug.

 

Die dritte Schleuse – Melk – km 2038,55:
Wir sind schon 5 ½ Stunden unterwegs und beschließen, dass wir an diesem ersten Tag auch noch die Schleuse Melk passieren wollen. Wir fahren ohne Pause weiter und erreichen nach 22 km um 17.30 Uhr die Schleuse Melk.

Der Tag wird uns bereits sehr lang, doch wir freuen uns auf die nun folgende Strecke. Die Wachau.

Die letzte offizielle Schleusenzeit an diesem Tag ist um 18.30 Uhr. Wir haben aber auch hier Glück und fahren um 17.30 Uhr , gleich ohne Voranmeldung beim Schleusenwärter, hinter einem Motorschiff in die Schleuse ein.

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