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Tulln bis Fischamend

Montag, der 21. Juli 2003:

Wetter: sonnig, heiß, wolkenlos, windstill
Max und ich erwachen um 08.00 Uhr in der Zille. Wir schliefen ohne Planenabdeckung, da es das Wetter und unser Zustand erlaubte. Es fällt uns eher schwer das sehr gute Frühstück in der Marina runter zu bringen.

Wir benützen die äußerst saubere WC-und Duschanlage. Die Brause gefällt Max so sehr, dass er seeehr lange nicht erscheint. Max teilt mir wieder einmal mit, dass Zeit auf dem Wasser eine andere Dimension hat. In der Zwischenzeit tanke ich um 105,– Euro fünf Kanister mit je 24 Liter Superbenzin voll. Die Hafengebühr beträgt insgesamt 15,- Euro.
Die fünfte Schleuse – Kraftwerk Greifenstein:
Gegen 10.00 Uhr verabschieden wir den schönen Yachthafen Tulln und steuern das Kraftwerk Greifenstein bei km 1949,80 an. Max schläft während dieser Fahrt und ich bleibe nur deshalb wach, weil ich aufgrund unserer Zuladung (150 lit Treibstoff an Bord) bei jedem Wellengang höllisch aufpassen muss, um nicht unterzugehen. Max berührt das alles nicht.

image624Wir erreichen bereits um 11.30 Uhr das Kraftwerk Greifenstein und machen bei der Anlegestelle für Sportboote fest. Wir haben Glück und erfahren über die Fernsprechstelle, dass wir außerhalb der Schleusenzeit um 11.30 Uhr gemeinsam mit dem Schubverband HUNTER aus Würzburg durchgeschleust werden.

image681Max leistet mir während der Wartezeit wieder Gesellschaft und schwärmt von Bon Jovi. Glück gehabt. Unser Radio dürfte wieder ausgetrocknet sein und Max stellte ihn gleich auf volle Lautstärke. Wir waren wieder glücklich, hatten jedoch beide ziemlichen Durst. Einen Kühlschrank werde ich in die Zille auch noch einbauen.

 

Und der Herr sagte, freue dich, es könnte noch schlimmer kommen und
es kam noch schlimmer:

Nach ca 30 Minuten Wartezeit fährt ein ungarischer Schubverband bergwärts mit Vollgas aus der Schleuse raus. Zur gleichen Zeit erhalten wir das grüne Signallicht zum Einfahren in die Schleusenkammer. Wir zögern nicht lange und starten sogleich vom linken Ufer auf die am rechten Ufer befindliche Schleusenkammer zu.

Dabei dürfte ich zwei Dinge übersehen haben. Das ungarische ‚Vollgasschubschiff’ und die hinterher folgenden ‚Vollgasschubschiff-WELLEN’.

Wir kreuzen die Donau direkt hinter dem Schubschiff und Max sieht zum Erstenmal in seinem Leben richtige Wellen. Die Wellen schlagen über den Bug und füllen den gesamten vorderen Staubereich unserer Zille mit Wasser an. Wir bekommen Schlagseite über Bug und die Zille wird von einem nachkommenden Sportboot noch weiter mit Wasser gefüllt. Ich bin ziemlich nervös. Max realisiert die Gefahr momentan noch nicht.

Ich hätte Max vielleicht doch mehr über unserer Fahrt und die Gefahren erzählen sollen?

Wir legen vor der Schleuse an der Kaimauer an.

Während wir überlegen, was wir machen können, fordert uns der Schleusenwärter per Lautsprecher auf, endlich in die Schleuse einzufahren.

Wir stellen uns die Frage, ob es gut sei, in der Schleuse abzusaufen. Aber da wir keine Antwort darauf wissen, fahren wir ‚wasserschöpfend’ in die Schleuse ein. Während wir alleine durchgeschleust werden, schöpfte ich ca 50 Kübeln Wasser aus der Zille.

image475Unmittelbar nach der Schleuse Freudenau sehen wir auf dem linken Ufer eine große Schotterbank, die aufgrund des extremen Niedrigwassers, bis zur Donauhälfte freiliegt. Eine Weiterfahrt ist unmöglich und so steuern wir die Schotterbank an.

image474Max will jetzt helfen und ich sage ihm, er soll die Zille zum Ufer hinzuziehen. Max ist bereits wieder von Gurktaler gestärkt und deshalb stets bereit, die Zille am Ufer zu halten. Max springt sofort aus der Zille und ….. landet natürlich im Wasser.

Blitzschnell bläst sich die automatische Schwimmweste auf und beschützt Max vor schlimmeren.

Ich treibe mit der Zille weiter ab und schaffe es auch ohne Max mit der Zille auf die Schotterbank zu gelangen. Ich bin jetzt sehr genervt. Die Zille ist voller Wasser. die Schwimmweste nicht mehr verwendbar und zu guter Letzt hat Max auch mein Handy mit sämtlichen Nummer für den späteren Zillenrücktransport mitversenkt.

Und auf einen Wutausbruch meinerseits reagierte Max verstört, wütend und alles andere als entschuldigend oder verständnisvoll.
Alles aus und vorbei:

Max setzt sich auf die Schotterbank und übergibt sich. Ich kann wieder einmal die ganze Arbeit alleine machen. Ich räume sämtliche Utensilien aus der Zille und breite unsere Sachen zum Trocknen aus, lege die Zille trocken und räume sie wieder ein.

image469Max schafft es nicht alleine aus der ziemlich fest aufgeblasenen Schwimmweste rauszukommen. Meine Rache ist süß und ich lasse ihn noch eine halbe Stunde auf dem heißen Strand in der unbequemen Schwimmweste sitzen und schwitzen.

image472Nach 2 Stunden Schufterei beschwert sich Max, dass der Strand so nach Fisch stinkt und dass ihm deshalb so schlecht geworden ist. Außerdem soll ich weitermachen, weil er endlich fahren will.

Mir fehlen die Worte und ich bin ziemlich sauer auf ihn. Zu guter Letzt schubst er über mein Ersuchen die Zille in das Wasser und verliert an Grund. Er hält sich ausgerechnet am Wimpel, der nur mit vier kleinen Schrauben befestigt ist, fest. Max schreit, dass er keinen Grund mehr hat, ich schreie, dass er den Wimpel auslassen soll, worauf zwischen Max und mir bei der anschließenden Weiterfahrt Totenstille herrscht.

Männer sind aber anders und nach einer halben Stunde springt Max plötzlich auf und gibt mir ein dickes ‚Wangenbussi’. Wir vertragen uns wieder aber der Tag sollte auch noch schlecht enden.

Wir fahren kurz vor Fischamend, als wir mitten in der Donau auf Grund laufen. Die Schraube bekommt einiges ab und wir sehen erst jetzt, dass die Donau hier aufgrund des extremen Niedrigwassers nur mehr ein kleine schiffbare Fahrrinne aufweist.

Ich sagte zu Max, dass ich unsere Fahrt sofort beenden würde. Wir beruhigten uns wieder gegenseitig und beschlossen noch ca 3 km bis zur Einmündung des Gasthauses ‚Rostiger Anker’ bei km 1908,40 zu fahren.
Pech ? Schicksal ? oder einfach nur dumm gelaufen ?

Bei der Zufahrt zum Yachthafen Rostiger Anker bleiben wir mitten im Mündungsarm im Schlamm stecken. Die ganze Hafenanlage liegt auf Grund und kann daher nicht befahren werden.

image465Wir werfen den Anker und gehen an Land. Dabei sinken wir bis über die Knie im Schlamm ein. Aber er sollte noch schlimmer kommen.

image463Im Gasthaus ‚Zum rostigen Anker’ bestelle ich mir Karpfen auf serbisch Art mit Pommes und Salat. Max isst nichts. Er spricht ununterbrochen, wie schlecht es ihm nicht geht. Max ist schwindelig, er hat keinen Hunger und ist der Meinung, dass er nun die ‚Seekrankheit’ hat. Ich trinke drei Bier. Max trinkt keinen Alkohol. Jetzt weiß ich, Max ist wirklich Seekrank.

Max will heute Nacht unbedingt in einem schaukelfreien Bett schlafen. Und wie immer schafft es Max jemand für sich zu gewinnen. Der Wirt des ‚Rostigen Ankers’ fährt ihn extra mit seinem PKW nach Fischamend zu einem Hotel.

Ich bin eigentlich richtig froh, nach so einem Tag. Jetzt kann ich auf der Zille in Ruhe schlichten (das stört Max immer sehr) und zuplanen (warum dauert das so lange?- Zitat Max) und mich auf das sich nähernde Gewitter vorbereiten. Das Gewitter zieht jedoch ab und ich werde vor weiteren Überraschungen verschont.

Und trotzdem ist es auf der Donau schön. Am Abend hört man die Raubfische wie sie wildern und die Regentropfen plätschern leise auf das Planendach………………

 

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