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2.) Apatin bis Backa Palanka

Montag, der 28. Juli 2003:

Wetter: sonnig, heiß, wolkenlos, windstill

Besni Fok:

Max und ich wachen schon sehr früh auf, da wir von tausenden Fischschwärmen, die von Raubfischen gejagt werden und um unsere Zille kreisen, geweckt werden.

image016Jetzt glaube ich die Geschichten des Fischers, der uns am Vorabend von riesigen Welsen und Hechten (Stuka) erzählte. Der alte Fischer verspricht mir für heute ein eigens für das Welsfangen handgeschnitztes Holzstück mitzubringen. Damit schlägt man in das Wasser, um den Wels anzulocken. Ich muss dieses Holzstück unbedingt für meinen Onkel Anton Gattringer mitnehmen. Er ist der größte Fischer und soll ab jetzt auch den größten Wels aus der Donau in Mauthausen fischen.

Max und ich klettern aus unserer Zille und befinden uns auf der Besni Fok völlig alleine. Es ist nichts versperrt und wir sind irgendwie beschämt über unsere bisherige Einstellung Fremden gegenüber. Wir werden von den Serben noch so manches lernen und sind eigentlich sprachlos über dieses Vertrauen und über diese Gastfreundschaft. Stellen Sie sich einmal vor ein Serbe kommt vorbei und Sie lassen ihm alles offen und versorgen ihn mit Speis und Trank und nehmen dafür kein Geld an. Wir haben einiges zu Überdenken.

image328Jovan Radac fährt mit Max in seinem Zweisitzer-Auto in die Stadt, um Benzin zu tanken. Max kommt mit 120 Liter Superbenzin zurück. Er bezahlte dafür 100 Euro.

Gles:

Allmählich werden alle Bewohner der Besni Fok wach.

image509Jetzt lernen wir Gles kennen, der mit einem ziemlichen Kater aufsteht. Gles erzählt uns mit Händen und Füßen, drei Wörtern Englisch, zehn Wörtern  Deutsch mit Bleistift und einem Blatt Papier, dass er früher jahrelang die Donau als Kapitän befahren habe. Jetzt ist er Chef einer Stahlbaufirma, hat 150 Angestellte, fährt einen Audi 100 und besitzt die Besni Fok und verleiht dort Wasserskooters. Sein Sohn gewinn jedes Rennen mit diesen Wassermopeds der uns damit gleich einige Kunststücke vorführt.

image512Es ist erstaunlich, welche Geschwindigkeiten diese Wasserskooters  erreichen können. Gles erzählt uns von einer Anlegestelle in Backa Balanka und gibt uns Infos über Belgrad. Er sagt uns auch, dass früher zwischen km 1191 und km 1187 Überfälle auf Boote verübt worden sind. Jetzt brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten.

image366Mein Fischer erscheint und gibt mir das begehrte ‚Wallerholz’. Ich schaffe es jedoch nicht, damit das seltsame ‚Plop’ zu erzeugen. Er sagt sinngemäß: ‚jahrelange Übung’.

Besa – FC Roter Stern Belgrad:

Jetzt geht’s richtig rund auf der Besni Fok. Nach und nach erscheinen immer mehr Leute. Unter ihnen auch der ehemalige Trainer von Roter Stern Belgrad, Bedja Stanovic (Besa).

image367Besa erzählt uns in sehr gutem Deutsch, dass er vor 20 Jahren Trainer von Roter Stern Belgrad war . Er war außerdem Champion im Boxen und Schwimmen und war auch Trainer des FC Apatin. Gles war der Präsident des Fußballclubs Apatin.


Falsche Informationen:

Max und ich fahren um 11.00 Uhr von der Besni Fok ab. Wir nehmen eine Menge Eindrücke mit. Ich weiß noch nicht, wie ich die 100 km, die wir für heute geplant haben, durchstehen werde. Das viele Apatinska Pivara hat mich sehr müde gemacht. Und die nun folgende Strecke ist laut Homepage des Außenministeriums als sehr gefährlich einzustufen. Es werden im Uferbereich, insbesondere im Bereich der Draumündung im kroatischen Teil noch Landminen vermutet. Deshalb planen wir die nächsten 100 km zwischen der Vojvodina (Serbien) am linken Ufer und Ostslawonien (Kroatien) am rechten Ufer durchzufahren.

image526Illegale Einreise:

Doch schon bei km 1382,80 werden wir eines besseren belehrt. Dort wo die Drau, die Drava in die Donau, die Dunav einmündet, und laut Außenministerium Minengefahr besteht, sehen wir hunderte Leute baden. Wir fahren trotzdem weiter, weil wir kilometerlang keine Ortschaften sehen können.

image380Wir leiden wieder Durst und wagen daher bei der einzigen für uns ersichtlichen Möglichkeit etwas zu trinken, eine illegale Einreise.  Wir legen auf der Kroatischen Seite an, löschen unseren Durst  im einzigen Wirtshaus im Bereich von 100 km und fahren wieder gestärkt Richtung Backa Palanka (Serbien) weiter.

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Wir gleiten bei sonnigem, heißen Wetter durch unberührte Landschaften, sehen außer Fischer nur Fischer.

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Wir kommen bei noch vom Jugoslawienkrieg her bekannten Städte wie Vukovar bei km1333 und Opatovac bei km 1315 vorbei. Einige Häuser und insbesondere Kirchen haben noch immer Einschusslöcher.

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Ansonsten sieht es hier sehr friedlich aus. Uns fällt jedoch auf, das gerade hier zwischen Serbien und Kroatien jeder Fischer, jeder Camper, egal auf welcher Seite die Nationalflagge gehisst hat.

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Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der Krieg vergessen ist.

Backa Palanka:

Bei km 1300 sehen wir am linken Ufer eine Campinganlage mit Lokalen direkt  an der Donau. Wir haben hier keine Anlegemöglichkeit und so ankern wir am Ufer in der Strömung. Max und ich sind sehr müde, trinken ein paar Bier und legen uns ohne Plane in der Zille schlafen.

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Gegen 02.00 Uhr zieht plötzlich ein heftiges Gewitter auf und es geht alles sehr rasch. Noch bevor das starke Gewitter kommt, haben wir die Zille verplant und es folgen sehr viele Geräusche. Es herrscht ein starker Wind und ich kontrolliere ständig, ob der Anker noch hält. Die Zille schlägt an den Ufersteinen auf, aber ich habe keine andere Möglichkeit, mich irgendwo festzumachen. Wir werden stundenlang sehr stark durchgeschüttelt. Zu guter Letzt interessieren sich nach dem Gewitter in der Früh auch noch viele Spaziergänger bzw Nachtschwärmer für unserer Zille. Irgendwer ist mit uns nicht einverstanden und wirft eine Glasflasche gegen uns. Sie schlägt neben der Zille auf und zerbricht.

Nach dieser schlaflosen Nacht frühstücken wir im Dunau Restaurant der Campinganlage und lernen doch noch jemand Netten kennen. Als wir die Zille für die Weiterfahrt startklar machen, kommt eine Frau zu uns, drückt uns einen Rotwein in die Hand. Sie spricht nur serbisch und gibt uns mittels Zeichensprache zu verstehen, dass ihr Mann im Krieg gestorben ist, und der Rotwein von einem heiligen Berg oder so ähnlich stammt. Sie redet mindestens eine halbe Stunde in serbisch auf uns ein und wir verstehen kein Wort. Wir nehmen den Rotwein drücken ihr die Hand und fahren weiter.

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