Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /var/www/web1173/html/donaureisen/wp-includes/post-template.php on line 259

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /var/www/web1173/html/donaureisen/wp-includes/post-template.php on line 259

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /var/www/web1173/html/donaureisen/wp-includes/post-template.php on line 259

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /var/www/web1173/html/donaureisen/wp-includes/post-template.php on line 259

4.) Novi Sad bis Belgrad

Mittwoch, der 30. Juli 2003:

Wetter: stark bewölkt, kein Regen, windig

Max und ich brechen bereits um 06.00 Uhr in der Früh auf, um noch rechtzeitig durch die Pontonbrücke zu kommen. Als wir zu dieser mächtigen Donausperre aus lauter alten Schubleichter kommen, finden wir sie in geschlossenem Zustand vor.

image630Ich stelle fest, dass auch ich fluchen kann. Zudem ist unser Aufbau zu hoch, um bei der kleinen Öffnung, die sich immer zwischen zwei Schubleichtern auftut, durchzufahren. Wir sehen überall Stahlseile, die zudem ein nahes zufahren erschweren.

Wir ankern ein paar Hundert Meter vor der Pontonbrücke und überlegen uns einige Varianten. Eine wollen wir bestimmt nicht. Nämlich noch drei Tage warten. Als wir so überlegen sehen wir eine kleine Motorzille durch die Pontonöffnung bei den Schubleichtern durchfahren. Wir sehen darin eine Chance und so bauen wir unseren geliebten Sonnen- und Regenschutz ab. Es dauert eine Stunde bis ich das Planenverdeck demontiert habe. Max und ich beschließen um 07.00 Uhr, die illegale Durchfahrt zu riskieren.

Das dritte Mal Angst gehabt:

Der Motor springt nur schwer an und nimmt kaum Gas an. Wir fahren mit auf und abheulendem Motor in Richtung Angstöffnung. Wir kommen der Durchfahrt immer näher und versuchen 10 m vor den Schubleichtern einem Stahlseil auszuweichen Ich hoffe innerlich, dass in dieser heiklen Situation der Motor durchhält, als er auch schon abstirbt.

Die Strömung drückt uns sofort seitlich gegen den Schubleichter und ich schreie zu Max, dass er sich zum Kentern bereitmachen soll. Die Strömung ist bei dieser Öffnung sehr stark und die Zille neigt sich gefährlich zur Seite. Gott sei Dank sind dort sehr viele Stahlseile, bei denen wir uns mit allerletzter Kraft in Richtung Durchfluss schieben können. Wir werden zwischen den beiden Pontons durchgespült und es wäre sicher leichter gewesen, wenn mir Max mit zwei Händen geholfen hätte. Eine hat er nämlich zum Filmen mit seiner Digitalkamera benötigt.

image667Ich war froh diese Passage geschafft zu haben und genehmigte mir um 07.30 Uhr in der Früh einen kräftigen Schluck Feuerwasser.

Motor kaputt:

Nach der Pontonbrücke lässt sich der Motor fast nicht mehr starten, spuckt, wird heiß. Dann geht überhaupt nichts mehr. Er ist im Eimer. Max und ich rudern noch bis km 1248 , wo wir am Ufer anlegen. Ich beschließe, den alten Johnson Außenbordmotor einem serbischen Fischer zu überlassen und lege ihn auf eine Sandbank.

image398Die Schraube nehme ich mir als Andenken mit. Spätestens jetzt denke ich an meine Frau und danke ihr dafür, dass sie mich gezwungen hat, einen Reservemotor mitzunehmen. Danke liebe Gabriele.

image404Max und ich montieren einen sechs PS starken Evinrude, Type ‚Fisherman’ und fahren um 08.45 Uhr weiter. Ich habe zwar kein Faible für Altes, aber auch dieser Motor ist sehr alt. Baujahr 1962.


Hochrechnung:

Max beginnt wieder mit dem Hochrechnen und stellt fest, dass wir nun eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 km/h erreichen. Unser nächster geplanter Halt ist in Belgrad und wir haben dorthin noch 78 km zu fahren. Wir werden  9 lange Stunden unterwegs sein.

image746Plötzlich ist die Donau für uns nicht mehr so schön. Uns ist kalt und wir sind müde. Die Donau ist hier so groß, dass ich während der Fahrt sogar Minutenweise schlafen kann. Max schläft sowieso. Wir begegnen niemanden. Eine Fahrt auf das andere Ufer dauert jetzt mindestens 10 Minuten.

image745Am rechten Ufer türmen sich Steilufer von teilweise über 100 m auf. An diesen Steilufern sehen wir Häuser stehen, deren Besitzer den Müll einfach hinunterkippen. Es haben sich teilweise schon beachtliche Müllkegel unterhalb der Häuser gebildet.

image739Wir beschließen, unser Abenteuer in Belgrad zu beenden, da wir ohne starken Motor, ohne Sonnen- und Regenschutz und ohne dementsprechende Motivation das Eiserne Tor bei km 949,70 bis 943,20, zumindest in der uns noch zur Verfügung stehenden Zeit, nie erreichen werden.


Belgrad:

Um 18.00 Uhr fahren wir auf einer ziemlich aufgewühlten Donau bei km 1170 in die Save oder ‚Sava’ ein.

image059Die Sava trägt der Dunav 35 Prozent zu ihrer Wassermenge bei und ist zugleich der wasserreichste Nebenfluss der gesamten Donau.


Argument:

Max und ich legen  planlos bei einem schwimmenden Restaurant namens Argument an. Wir werden wieder einmal sehr freundlich begrüßt und können uns sogar die Sprache aussuchen. Nikica Kurko, Journalist und Chefeditor des Belgrader Fernsehen, fragt uns, ob wir lieber in Englisch oder Deutsch mit ihm sprechen wollen. Er ist ein Freund des Restaurantbesitzers, der uns erlaubt hier einige Tage anzulegen.

image672Nikica vermittelt uns ein billiges Restaurant namens ‚Balkan’ um 17,50 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück und empfiehlt uns eine serbische Spezialität, nämlich das Ljubliana Steak. Max bestellt es und er bekommt ein Schweinefleisch natur, gefüllt mit Käse und Montenegroschinken. Wir würden es panieren und dazu Cordon Bleu sagen. Ich esse einen ausgezeichneten Smud.

Max und ich verplanen unsere Zille und wir werden nun die nächsten vier Tage in Belgrad verbringen.

Donnerstag, 31. Juli 2003 bis Samstag, 2. August 2003:

Wetter: bewölkt, schwül, warm, windstill.

Belgrad:

Wir schlafen im Hotel Balkan, einem ehemaligen Bordell, sehr gut. Das Frühstück ist miserabel, der Cafe ist ungenießbar.

image444Wir trinken an der Hauptstraße Teracije Kralia im Cafe Moskva einen ausgezeichneten Capucino zum Preis von 90 Dinar oder 1,36 Euro. Eine Süßspeise namens Suva Pita schmeckt ebenfalls hervorragend.


Hochrechnungen:

Max und ich haben jetzt Zeit um gemeinsam einige Hochrechnungen durchzuführen. Max errechnet einen Benzinverbrauch von 773 Liter, einen Ölverbrauch von 19 Liter, einen Durchschnittsverbrauch auf 100 km von 82 Litern. Wir legten 938 km zurück. Mit dem 40 PS Johnson Außenbordmotor fuhren wir im Kanal Gabcikovo 12 km/h, in der restlichen Donau 15 km/h. Mit dem 6 PS Evinrude Außenbordmotor erreichten wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 km/h. Mit einem Kanister zu 25 Liter fuhren wir 2 Stunden und legten damit ca 30 km zurück.


Sehenswürdigkeiten:

Die nächsten Tage erleben wir Belgrad intensiv bei Tag und Nacht.

image433Nikica Kurko gibt uns viele Tipps und so sehen wir eine absolut sehenswerte alte türkische Befestigungsanlage mit Park namens Kalemagdan. Ganz Belgrad scheint auf der Hauptstraße Kneza Mihaila unterwegs zu sein. An allen Ecken und Enden wird gekochter Mais verkauft.

image065Max und mir fallen jetzt die Worte von Nikica wieder ein, als er bei unserem ersten Zusammentreffen sagte, dass es in Belgrad die schönsten Frauen der Welt gibt. Hier scheint die Bevölkerung nur aus Frauen zu bestehen.

image453Und sie haben von 15 bis 70 Jahre alle das selbe Erscheinungsbild: weiße enge Hose, weißes enges T-Shirt, String Tanga, Sonnenbrille, blondes langes Haar und Maße wie Models.

image075Um uns wieder zu besinnen suchen Max und ich die größte Orthodoxe Kirche von Europa auf. Sie heißt  St. Sava und wird gerade mit weißem Marmor verkleidet. Der Patriarch für Serbien ‚Paule’ lebt auch hier.

image077Aber zurück zum Stadtleben. In der Altstadt Stari Grad ist richtig was los. In der Straße Skadarlija geht es abends zu wie in Grinzing. In jedem Lokal Folklore-Livemusik und nur junge Leute.

image071Aber nicht nur wir, auch das Essen ist scharf, würzig und reichlich. Das Bier ist hier sehr stark und schon bald lernen wir serbisch: Ziveli. Man spricht  ‚Schiwelli’ und das heißt ‚Prost’.

Die Altstadt ist im Gegensatz zu Novi Beograd und Zemun, welches am linken Ufer der Save liegt sehr günstig. In Zemun besuchen wir zahlreiche Lokalschiffe, wo hauptsächlich Techno, Rap und Dance gespielt wird. Uns wundert bei diesen Preisen (1 Bier 0,33 l – 2,70 Euro), dass diese schwimmenden Restaurants und Discos alle gerammelt voll sind. Nikica meinte nämlich, dass sich die meisten Belgrader nicht einmal die Popcorns an den vielen Straßenständen leisten können.

image085Interessant ist auch der Straßenverkehr am Balkan. Wir lernen hier vor allem eins: Rot ist nicht Rot. Das Motto am Balkan lautet: Wenn auch nur irgendwie die Möglichkeit besteht, dann fahre. Das heißt natürlich auch für uns: Gefahr bei Grün.


Max und ich kommen über Belgrad zu dem Schluss:

Belgrad ist eine moderne Stadt, mit vielen jungen Leuten, sämtlichen Boutiquen (Hugo Boss, Levis, Versace), absolut sicher, freundlichen Leuten, vielen Lifebands (Jazz, Folklore) und vor allem mit den schönsten Frauen der Welt.

image689

Zillenübergabe:

Fast hätten wir unsere Zille vergessen. Und so fahren wir nach drei Tagen wieder nach Novi Beograd zu unserm Bootsrestaurant Argument. Die Taxirechnung fällt bei gleicher Strecke jedes Mal anders aus. Wir stellen eine Preisdifferenz von 300 Prozent fest. Wir bezahlen ohne murren, denn Taxifahrer sind auf der ganzen Welt gleich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>